Spannender Fledermaus-Entdeckerabend

Am 06.09.24 begann unsere kleine Entdecker-Wanderung kurz vor Sonnenuntergang – um vor dem Ausflug der nächtlichen Flieger noch ausreichend Zeit für viele spannende Informationen zu haben. Wie sehen Fledermäuse aus? Wo und wie leben sie? Und natürlich – werden wir an diesem Abend Fledermäuse sehen oder sogar hören? Einige unserer kleinen Teilnehmer hatten schon viel zu berichten über die kleinen Tierchen. In Thüringen kommen 20 Arten vor, die sich vor allem in ihrer Größe unterscheiden.

Anhand eines mitgebrachten Fledermauspräparates des Naturkundemuseums Mauritianum konnten die Kinder das Aussehen einer männlichen Zwergfledermaus aus der Nähe studieren. Der kleine, braun behaarte Körper und die relativ großen Ohren erinnern an Mäuse, was den Fledermäusen auch ihren Namen einbrachte. Einige Kinder berichteten, dass sich sogar schon einmal eine Fledermaus ins Elternhaus verirrt hatte, diese konnte aber wieder ins Freie geleitet werden. Gut zu erkennen waren auch die großen Ohren, mit denen die Tiere die ausgesendeten Schallwellen auffangen und sich so ein genaues Bild von ihrer Umgebung machen können. Sie „sehen“ also mit Ohren. Die Frequenz der Rufe liegt im Ultraschallbereich und ist für uns Menschen daher nahezu lautlos.

Nachdem wir also einiges über den Körperbau gelernt hatten, setzte sich unsere Gruppe entlang einer alten Baumallee in Richtung Märchenbrunnen in Bewegung. Bäume mit Höhlen, Stammrissen oder Rindenspalten bieten einigen Arten geeignete Tagesverstecke. Weitere Verstecke können Felshöhlen, Dachböden, Holzstapel oder Fensterläden sein. Auf dem Weg zum Märchenbrunnen setzte die Dämmerung bereits ein. Es war noch kurz Zeit, um die Jagdstrategie der Insektenjäger zu besprechen. Fledermäuse orientieren sich in der Dunkelheit mithilfe der Echoortung. Sie stoßen Ultraschallwellen aus, die von Gegenständen und von Beutetieren wie Insekten reflektiert werden. Für den Beutefang selber können die Hinterfüße, aber auch die Flughäute als Kescher zu Hilfe genommen werden. Das immitierten die Kinder einmal selber, indem sie versuchten, kleine Gummibärchen als Mückenersatz zu fangen. Mit der aufgespannten Jacke als „Flughaut“ ging es doch einfacher als allein mit dem Mund die Beute in der Luft zu fangen. Wir waren so vertieft, als plötzlich die ersten Flugsilhouetten am Himmel sichtbar waren. Wir beobachteten die einzeln jagenden Tiere. Mit den Augen fiel es schon schwer, die schnell und wendig fliegenden Tiere zu entdecken. Geräusche konnten nicht wahrgenommen werden. Damit war es Zeit für die Fledermaus-Detektoren, sodass ein rhythmisches Knattern, Ploppen und Knistern zuhören ist. Nachdem die Geräte kurz erklärt wurden, konnten die Kinder diese halten und wir probierten es aus.

Am Großen Teich erfolgte dann der Höhepunkt des nächtlichen Fledermauskonzertes. Dort jagende Wasserfledermäuse zogen ihre Kreise knapp über der Wasseroberfläche, um Insekten wie Zuckmücken mit ihren großen Hinterfüßen zu ergreifen. Die Detektoren liefen heiß und knatterten laut vor sich hin. Durch das reflektierende Licht unserer Taschenlampen konnten auch einige Fledermäuse gesichtet werden. In ihrem Jagdflug kamen sie teilweise sehr nah an uns heran, ließen sich aber nicht durch unsere Anwesenheit beirren oder stören. Als Erinnerung an diesen spannenden Abend erhielt jedes Kind noch einen schicken Fledermausbutton.

Es war ganz toll, dass sogar 2 Familien aus Taucha in unser Städtchen Altenburg angereist waren. Ein herzliches Dankeschön geht an die Biologin Anja Rohland vom Naturkundemuseum Mauritianum, die uns durch diesen spannenden Abend begleitete und mit ganz viel Fachwissen bereichern konnte.

Anja Kühn
Elterngruppe Altenburger Land
DGhK Mitteldeutschland e.V.


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