Am sehr warmen und sonnigen Samstagvormittag des 07.09.2024 starteten wir als kleine Gruppe unsere Tümpelexkursion mitten in Altenburg. Mit Kescher, Sieb und Becherlupe ging es los. Obwohl so klein, haben Wassertiere doch spannende Lebensweisen und besitzen wichtige Anpassungen an ihren Lebensraum Wasser. Ziel war es, den etwa 500m entfernten Märchenbrunnen zu erreichen und nach Wasserlebewesen zu untersuchen.
Die Kinder waren teilweise schon selbst mit Kescher und Lupe ausgestattet, aber auch vom Naturkundemuseum Mauritianum gab es genügend Untersuchungsequipment in Form von Fangbehältern, Becherlupen und bebilderten Bestimmungskarten. Der Märchenbrunnen besitzt einen stetigen Wasserzufluss und liegt inmitten großer Bäume, sodass wir einen gut gefüllten Tümpel vorfanden.

Zunächst wurde mit den Kindern besprochen, was bei so einer Tümpeluntersuchung zu beachten ist und welche Verhaltensregeln in der Natur gelten. Dann ging es los und die Kinder waren eifrig dabei, mit der Unterstützung ihrer Eltern die Kescher vorsichtig durch das Wasser zu ziehen. Dabei blieben auch mal Schlamm, Wasserlinsen und Pflanzenmaterial im Netz hängen. Und wer genau hinsah, konnte inmitten des Inhalts kleine Bewegungen erkennen. Die Wasserlebewesen wurden vorsichtig in vorbereitete Wasserbehälter gesetzt. Viel Freude, da auch gut sichtbar für die Kinder, waren die vielen Süßwasserschnecken in verschiedener Form und Größe. Wir entdeckten Blasenschnecken, Posthornschnecken und Spitzschlammschnecken. Gleich mehrere räuberisch lebende Wanzen konnten gesichtet und gefangen werden. Neben Wasserläufern, Ruderwanzen und Rückenschwimmern war der beeindruckendste Fund ein Wasserskorpion, der neben Wasserflöhen und Insektenlarven auch Kleinfische und Kaulquappen erbeuten kann. Dabei sitzt der Jäger lauernd an Wasserpflanzen oder im Schlamm. Nähert sich ein Beutetier ihren Raubbeinen, klemmt er es blitzschnell zwischen Unterschenkel und Fuß ein. Die Tiere stechen die Beute mit ihrem Mundrüssel an und saugen diese anschließend aus. Weitere Funde waren Köcherfliegenlarven, Kleinfische, eine räuberisch lebende Libellenlarve und ein kleiner Egel sowie Bachflohkrebse.
Am Ufer wurde sogar ein junger Springfrosch gesichtet, der sich dann allerdings unter den Uferpflanzen versteckte. Wer wollte, konnte sich die Tiere auch mithilfe einer Becherlupe in der Vergrößerung ansehen. In unserem Tümpel war allerhand los. Am Ende der Entdeckungsreise wurden alle Tiere wieder vorsichtig in den Tümpel gebracht.

Im Mittelpunkt stand das Agieren am Wasser, die Neugier der kleinen Naturforscher und die aktive Suche nach Tieren, um die Kinder für das Entdecken der einzelnen Pflanzen und Tiere zu begeistern. Der achtsame und aufmerksame Umgang mit der Umwelt ist ein wichtiger Teil des frühen Lernens und fördert neben dem Verständnis für Pflanzen und Tiere auch die bewusste Auseinandersetzung mit dem Ökosystem, indem wir alle leben.
Auf dem Rückweg zum Parkplatz gab es noch genug Zeit zum Austausch. Rundum ein gelungener Tag. Auch für diesen Ausflug in die Natur bedanken wir uns bei Frau Anja Rohland für die tolle Zusammenarbeit und freuen uns auf weitere Projekte.
Anja Kühn
Elterngruppe Altenburger Land
DGhK Mitteldeutschland e.V.


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