Auf textiler Spurensuche

Am 9. Mai 2026 besuchten sechs sehr interessierte Kinder mit ihren Eltern in einer von der Elterngruppe Chemnitz organisierten Veranstaltung das Esche-Museum in Limbach-Oberfrohna, um sich auf eine textile Spurensuche zu begeben. Die Museumspädagogin Frau Pabstmann führte durch die Ausstellung und erklärte uns anhand von Ausstellungsstücken und Bildern die Entwicklung der Textilindustrie der sächsischen Region – beginnend mit der Herstellung von Strümpfen in Heimarbeit im 17. und 18. Jahrhundert über die ersten handbetriebenen Wirkstühle bis hin zu den modernen Strick-, Wirk- und Stickmaschinen.

Vorführung einer frühen mechanisch angetriebenen Flachstrickmaschine
Vorführung einer frühen mechanisch angetriebenen Flachstrickmaschine
Vorführung von Rundkuliermaschinen für die Wäscheherstellung
Vorführung von Rundkuliermaschinen für die Wäscheherstellung

Von der Heimarbeit zur modernen Textilproduktion

Viele der Verfahren waren für uns ziemlich neu, obwohl wir mit den Produkten regelmäßig in Kontakt kommen. Die meisten Maschinen wurden uns von einem Museumsmitarbeiter vorgeführt. Es war ziemlich beeindruckend zu sehen, wie innerhalb von kurzer Zeit aus Garn durch den Einsatz von komplexen Maschinen mit vielen Komponenten fertige Stoffe entstehen.

Eine dieser Maschinen war die MaLiMo-Nähwirkmaschine, mit der mittels eines ausgeklügelten Verfahrens, welches in Limbach-Oberfrohna entwickelt wurde, sehr schnell robuste Stoffe, insbesondere für technische Anwendungen, hergestellt werden konnten. Diese Stoffe waren weltweit begehrt und auch wir nutzten einen dieser Stoffe anschließend im Esche-Lab.

Vorführung von Flachstrick- und Rundstrickmaschine für Handbetrieb
Vorführung von Flachstrick- und Rundstrickmaschine für Handbetrieb
Vorführung von Stickmaschine mit drei Stickköpfen und Lochstreifensteuerung

Kreativ werden im Esche-Lab

Das neu aufgebaute Esche-Lab, dem Kreativlabor des Museums für Kinder und Erwachsene, ermöglicht es kleinen Gruppen oder Einzelpersonen kreativ mit Textilien zu arbeiten. Wir durften beim Herstellen von wiederverwendbaren Beuteln selber an Näh- und Stickmaschinen tätig werden. Dazu wurden die im Museum gefertigten Stoffe zugeschnitten und anschließend mit dem Namen der einzelnen Kinder bestickt. Dies erfolgte mit einer sehr modernen digitalen Stickmaschine, die ähnlich wie ein Computer programmiert werden kann. Die Stoffe wurden von Hand abgesteckt und mittels Nähmaschinen von den Kindern selber vernäht. Es waren alle mit viel Geschick und noch viel mehr Ehrgeiz beschäftigt, ein tolles Werk entstehen zu lassen. Abschließend wurde noch ein Band zum Verschließen eingefügt und dann konnten die selbst gefertigten Beutel mit nach Hause genommen werden.

Alle waren sich einig, dass dies ein gelungener und kurzweiliger Ausflug für die ganze Familie war. Wir danken nochmals dem Team des Esche-Museums in Limbach-Oberfrohna!

Auf ein Wiedersehen! Wer neugierig geworden ist, ist herzlich eingeladen, das Museum im Herzen von Südwestsachsen zu besuchen.

Quelle Bilder: Vettermann